Die dritten Landespokal-Finals in Dresden sind wieder ein tolles Event des sächsischen Handballs und machen schon wieder Lust auf die nächste Ausgabe. Die Halle gerappelt voll, auf beiden Seiten sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern stimmungsvolle, motivierende und emotionale Fanblöcke beschworen schon zu Beginn vielversprechende, spannende Matches. Dazu trugen auch die weiteren Gäste des Publikums bei, die meistens nicht einmal eine direkte Beziehung zu den Final-TeilnehmerInnen hatten, aber einen super Handball-Nachmittag erleben wollten. Besonders war dabei, dass sich alle vier Teams auf Augenhöhe begegneten und keine wirklichen Favoriten zu erkennen waren. Beide Entscheidungen endeten mit Erfolgen in der normalen Spielzeit.
Endspiel Frauen: BSV Sachsen Zwickau II vs. SSV Heidenau 23:20 (12:13)
Playerin oft he Match: Josephine Tschuck (Heidenau)
Ging der Pokal im Vorjahr erst nach Verlängerung und einem Siebenmeterwerfen weg, so fielen diesmal relativ wenige Tore bis zur Entscheidung. Dabei hatten die Heidenauerinnen sogar selbst genug Chancen, den Pott danach in den Händen zu halten. In der ersten Hälfte hatten sie sogar mehrmals die Nase vorn, konnten sich im engen Spiel aber nie deutlicher absetzen. Mit einem Tor plus gingen sie in die Pause, um nach Wiederanpfiff per Siebenmeter und einem weiteren Treffer bis auf drei Tore wegzuziehen. Bis zur 45. Minute hielt die Führung auch. Nach dem 20. Treffer allerdings stockte der Angriffsmotor und der 21. wollte bis zum Schluss in zehn Minuten Restzeit einfach nicht fallen. Dagegen konnten die Zwickauerinnen nach dem 21:20 zwei weitere Tore machen, die mit drei plus das Spiel entschieden. So holten die Trabant Städterinnen auch mit etwas Glück Sieg und Pokal.
Fazit der TrainerIn: Petra Kromeyer (Zwickau) meinte: wenn man Glück beschreiben soll, dann mit dieser Mannschaft. Da kommt Herzblut, Kampfgeist, Mut und vieles mehr zusammen. Als Trainer kann man nur stolz darauf sein. Die Mannschaft hat sich jetzt die Pause verdient. Nächstes Jahr wollen wir den Pokal verteidigen. Die Mannschaft hat sich nach der Hinrunde als Team gefunden. Michael Glathe (Heidenau) fand: es war ein geiles Spiel zweier ebenbürtiger Mannschaften. Als Aufsteiger haben wir den Oberligisten an den Rand einer Niederlage gebracht. Ich bin unglaublich stolz, aber auch etwas enttäuscht, weil mehr drin war. Mit unserer guten Abwehr haben wir hinten raus vorn etwas liegen lassen.
Endspiel Männer: BSV Limbach-Oberfrohna vs. SG LVB Leipzig 25:27 (10:13)
Player oft he Match: Marc-Oliver Essen (Leipzig)
Beide Teams hatten in der Oberliga-Runde die Ränge eins und zwei belegt. Die Limbacher dominierten die Saison deutlich, während sich die LVB erst zum Ende mit ganz vorn platzierte. Das Treffen der beiden besten Oberligisten begann temporeich und mit Toren am Fließband. Schon in der zweiten Minute stand es 2:2, dann schnell 4:4, ehe das Tempo etwas rausgenommen wurde. Etwas überraschend dominierten die Leipziger dann den Verlauf bis zur Pause und lagen mit bis zu sieben Toren vorn. Kurz vor und nach der Pause legten die Limbacher zu und glichen die Partie wieder aus. Dann reichte es für die Leipziger nur noch zu einem Tor Vorsprung nach jeweiligem BSV-Ausgleich. Erst ab der 50. Minute nutzte Leipzig die Chancen wieder besser, um den Sieg über die Zeit zu bringen.
Fazit der Trainer: Stefan Remane (Leipzig) sah im Sieg seines Teams den verdienten Lohn der Leistung über die gesamte Saison. Angefangen im Training sind wir immer drangeblieben und holten nur für die LVB nach langer Zeit einen großen Erfolg. Der Einstieg ins Spiel war in Ordnung, dann taten wir uns etwas schwerer und haben uns zum Schluss wieder gefangen. Das Team ist insgesamt gereift und hat nach der guten Arbeit auch kommende Saison alle Möglichkeiten auf Rang eins bis fünf. Willi Kühn (Limbach-Oberfrohna) dagegen war sauer und meinte „ich will eigentlich immer gewinnen und bin nicht zufrieden, weil wir unser Niveau nicht ausgespielt haben“. In der ersten Hälfte fehlte die Einstellung und in der zweiten das Spielglück. Wir sind leider Verlierer, aber wir sind noch nie so weit gekommen und ich bin stolz auf die Saison und die letzten fünf Jahre. Jetzt mache ich erst mal Pause und nicht mehr Trainer.
Weitere Stimmen zu den Finals:
Ronald Schierbok (Pokalwart): Wir sahen ein begeisterndes Finale der Frauen und bei den Männern auch ein wunderbares Endspiel. Beide Partien fanden vor einer jeweils super Kulisse und dem Anlass entsprechend würdig und fair statt. Zwickau war am ende etwas besser, wobei der Aufsteiger Heidenau vollen Respekt verdient und die Partie lange offenhielt. Limbach kam bei den Männern stark auf und es schien, die ziehen das Ding, aber Leipzig siegte letztlich dank seines überragenden Torwarts.
Karsten Küter (HVS-Präsident): In der BallsportARENA Dresden konnten wir eine Wahnsinnsstimmung erleben. Es waren Wahnsinnsspiele und Wahnsinnsfinals vor einem super Publikum. Eigentlich gab es keine Verlierer in den tollen Spielen. Das war rundum alles Spitze. Mein Dank gilt allen Mitwirkenden und Gästen für die phantastische Stimmung. Das gilt ebenso für die BallsportARENA und alle anderen Organisatoren. So etwas wollen wir uns immer und überall wünschen.
Nach den beiden Spielen wurden die Kampfgerichte, Technischen Delegierten, Schiedsrichter, Vertreter der ARENA und andere würdig und mit kleinen Geschenken geehrt. Die großen Pokale gingen an die jeweiligen Sieger.
Eberhard Neumann
HVS-Pressewart
